Sometimes sitting by the dock of the bay, Polymere Resin, farbig gefasst, 82 cm hoch, 2025
Manchmal sitzt man einfach nur da –
am Rand der Welt, mit einem Drink in der Hand, den Blick verloren in der Weite.
Nicht aus Zufriedenheit, nicht aus Unruhe – sondern irgendwo dazwischen.
Es ist ein Moment, der sich nicht festhalten lässt
und gerade deshalb Bedeutung bekommt.
In dieser Skulptur klingt Soulmusik mit.
Die leise Melancholie von Otis Redding.
“Sittin’ on the dock of the bay, wastin’ time…”
Ein Satz, der nicht von Resignation erzählt,
sondern von dem Mut, Zeit vergehen zu lassen –
nicht als Verlust, sondern als Zustand.
Denn nicht jede Minute muss erfüllt, verbessert, genutzt werden.
Manche dürfen einfach nur sein.
Die Figur bewegt sich in einem stillen Raum –
zwischen Nähe und Distanz, greifbarer Gegenwart und der Idee eines anderen Lebens.
Sie steht für das Bedürfnis nach Ruhe –
nicht als Lösung, sondern als Sehnsucht.
Eine Geste der Einfachheit.
Ein Blick aufs Meer,
in die Vorstellung eines Moments, der vielleicht nie existieren wird –
und doch, für einen Augenblick, ganz real scheint.
Asyl
2014 wurde ich mit 11 anderen internationalen Künstlern, zu dem Ausstellungsprojekt “Ankunft“ in Berlin Marienfelde, eingeladen. Das Übergangswohnheim hat die Ausmaße eines kleinen Stadtbezirkes, durch Mauern abgeschirmt, nur nach Anmeldung zu betreten.
Beim Besichtigen der Ausstellungsäume, ergab sich spontan vielseitiger und lebendiger Kontakt zu den Bewohnern, vor allem zu den Bewohnerinnen. Wir trafen uns auf der Straße und im Treppenhaus, wo die Frauen mit den großen, blauen und überfüllten Ikeataschen zu den Gemeinschaftswaschräumen unterwegs waren.
|
|
|
|